Schwarzgurt

Endlich Schwarzgurt!

Es dauert immer eine Weile bis man sich an eine neue Gürtelfarbe gewohnt hat. Jetzt ist es so, dass wenn ich auf den Matten stehe und meine Kombinationen und Hyongs übe, ich mich erstmal an einen neuen Anzug und den Schwarzgurt gewöhnen muss. Fast drei Jahre habe ich auf diesen Moment hingearbeitet. Fast jeden Tag habe ich das Training besucht, bin daheim die Hyongs wieder und wieder im Kopf durchgegangen, habe die Techniken der Schwarzgurte beobachtet und analysiert. Jetzt bin ich einer von Ihnen. Einer von den Schülern, die man ganz genau betrachtet. Einer von den Schülern, von denen absolute Perfektion erwartet wird. Von mir wird erwartet, dass ich den Farbgurten die Hyongs und Prüfungstechniken zeigen und erklären kann. Von mir wird erwartet, dass ich mir eine neue Kombination, bestehe sie auch aus noch so vielen Techniken, nach nur zweimal anschauen, sofort zeigen kann. Diese neue Verantwortung ist das, wofür ich so lange trainiert habe. Und sie fühlt sich richtig gut an!

 

Ich habe mir fest vorgenommen die Prüfung zum schwarzen Gürtel absolut perfekt zu bestehen. Das heißt für mich: Jeden Bruchtest auf das erste Mal schaffen. Jede Bewegung in der Hyong kraftvoll, schnell und präzise auszuführen. Kurz gesagt, jede Aufgabe über die Erwartungen hinaus zu erfüllen. Fazit: Die Prüfung war nicht perfekt. Es gab einiges womit ich nicht zufrieden war. Jeder Bruchtest hat zwar geklappt, aber nicht auf das erste Mal. Die Hyongs stimmten alle, aber die Haltung war nicht ganz korrekt. Aber dies sind die Sachen, denen ich mich nun als Schwarzgurt widmen kann. 
Mein Ziel von nun an lautet das gesamte Prüfungsprogramm, angefangen mit dem Weißgurt bis zum 
1. DAN erneut zu lernen. Aber diesmal im Schwarzgurtstyle. Wer weiß, vielleicht wird ja aus dem Schwarzgurtstyle irgendwann einmal der Meisterstyle.

Text: Kevin Wallace / Fotos: privat